FOMO: die unendliche Jagd nach Optionen

Es ist die Angst, etwas zu verpassen, die den hektischen, digital geprägten Alltag weiter anfeuert und beschleunigt. Kurz erklärt: Der Begriff FOMO ist die Abkürzung der englischen Phrase „Fear-of-missing-out“. Ein neues Modewort, ein zusätzlicher Stressor oder schlicht der Versuch kurz zu beschreiben, was das tägliche Verpassen von etwas oder jemandem in Menschen auslöst.

FOMO: Was ist das?

  • Die Bedeutung von „Fear of Missing out“ auf Deutsch übersetzt: „Angst des Verpassens“
  • im digitalen Bereich bei: Social Media, Blogs, Nachrichten, Podcasts, Suchergebnissen, Produkten, …
  • im Alltag offline bei: Gesprächen, Aktivitäten, Lebenszielen, Personen, …

Sowohl online als auch offline betrifft FOMO kleine oder größere Entscheidungen. Einige FOMO Beispiele: die Wahl einer Speise, Freundschaften, Tarife, Wohnorte, Reiseziele und viele mehr. Die nächste Option ist nur einen Klick, Wisch oder ein Gespräch entfernt. Die Anzahl der Möglichkeiten ist schier endlos, (Lebens-)Zeit und/oder Budget sind allerdings begrenzt. Somit ist es notwendig, sich für etwas und somit immer gegen etwas zu entscheiden.

Symbolbild: Katze, die nach besseren Optionen Ausschau hält.

Bitterer Beigeschmack vorher und nachher

Die Entscheidungen werden häufig getroffen mit der Angst im Hinterkopf eine bessere Möglichkeit zu verpassen. Sprich im Entscheidungsprozess prägt FOMO die Stimmung und im Nachhinein kann es sein, dass sich die Entscheidung falsch anfühlt. Eventuell bedauert man sie, schämt sich dafür oder es kommt Ärger auf, weil so viel Zeit in den Entscheidungsprozess geflossen ist.

Unterschiedliche Nuancen von FOMO

Die Verpassens-Angst kann im digitalen Bereich noch stärker ausgeprägt sein als in der analogen Welt. Schließlich befindet man sich real an einem Ort zur selben Zeit und kann bis zu einem gewissen Grad selbst steuern, welche Informationen und Nachrichten man sich zuführt. Wie etwa im Printbereich bestimmen Leser:innen selbst, welche Zeitung sie lesen, in welchem Tempo sie die Zeitung betrachten und welche Beiträge übersprungen werden.

Fremdbestimmung durch Algorithmen und Plattformen weist der Online-Bereich in vielen Facetten auf. Hier poppt viel digitales Zeugs von selbst auf und bleibt teilweise im Unterbewusstsein.

Funktionen, die digitales FOMO fördern und Nutzer:innen in die unbewusste Web-Nutzung bringen können:

  • Push-Benachrichtigungen
  • Automatisch startende Video-Player
  • Video-Player, die im Auto-Play neue Videos starten
  • Endlose Social Media Feeds horizontal und vertikal über den Bildschirm laufend
  • Fülle an kostenlosen Inhalten und Programmen
  • Newsletter-Automatisierungs-Schleifen

Hilft JOMO?

Das Gegenteil von FOMO ist passenderweise „JOMO“.  Kurz übersetzt: Der Begriff JOMO ist die Abkürzung der englischen Phrase „Joy-of-missing-out“. Also die Freude, etwas zu verpassen. Das tröstlichere Pendant zum Stressor FOMO, welches allerdings Training bedarf. Es geht vor allem darum, wieder Selbstbestimmung zu finden. Sich zu reflektieren, was die eigenen Werte und Bedürfnisse sind und danach online und offline, sich für passende Optionen zu entscheiden und mit Freude andere Möglichkeiten links liegen zu lassen.

Ideen, um FOMO zu reduzieren

  1. Eigene Werte und Ziele kennen (als Entscheidungshilfe)
  2. Digital Detox und bewusste Offline-Zeiten einplanen
  3. Push-Benachrichtigungen und Auto-Plays abschalten
  4. Sich selber sichtbar machen mit interessanten Themen
Buch in der Hand "Donna und Uomo Fomo"

Einen autobiografischen Erfahrungsbericht mit Inspirationen im Kontext zu FOMO gibt es im Buch: „Donna und Uomo FOMO. Verpassen ist menschlich.“* (story.one, 2023, Elisabeth Hiesmayr)

*(Link führt auf die externe Website thalia.at, Werbung in eigener Sache)

Disclaimer: Die im Blogpost erwähnte Angst, die im Trendwort FOMO enthalten ist, bezieht sich auf Stress in einer digital geprägten Welt. Es handelt sich hierbei weder um eine medizinische Einschätzung noch Handlungsanweisung, sondern um eine digitalstrategische Betrachtungsweise. Im Falle von Krankheitsbildern rund um „Angst“ ist ein Blogpost kein geeigneter Informationskanal, nur medizinisches Fachpersonal kann darauf individuell eingehen.