Digitale Balance für Personal Brands

Als Personal Brand und Content Creator:in in einer Person kann der Eindruck entstehen, rund um die Uhr seine Community und die Algorithmen der sozialen Medien zu bedienen. Ein Irrglaube, der oft in digitalem Frust und dem Stoppen von Online-Aktivitäten endet. Das muss nicht sein. Lieber von Beginn an einen achtsamen Umgang mit der eigenen Zeit und den individuellen Ressourcen wählen, damit der digitale Auftritt eine langfristige Beständigkeit hat.

Großes Potenzial liegt im Zeitmanagement

Mit gezieltem Zeitmanagement können vor allem zwei essenzielle Schritte gewährleistet werden:

  1. Digitale Zeit begrenzen:
    Soziale Medien sind danach ausgerichtet, möglichst lange in den Feeds zu verweilen. Nimmt man sich gezielte Zeitfenster für Social Media, dann unterbricht man das ewige Scrollen, Kommentieren und Zeitverschwenden. Timer und Apps können dabei hervorragend unterstützen.
  2. Verbindlichkeit schaffen:
    Ist Social Media nicht eingeplant im Arbeitsalltag oder im Redaktionsplan, dann wird es auch nicht umgesetzt. Zwischenzeitlich stellt sich der frustrierende Teufelskreis von „Ich sollte etwas posten, aber ich weiß nicht was. Und ich habe keine Zeit dafür.“ Daher ist es unbedingt wichtig, in Bewegung zu kommen. Sich kleine Posting-Portionen vorzunehmen. Ein Content-Plan hilft hier extrem, um sich selbst gegenüber verbindlich zu sein und die Sichtbarkeit nicht mehr länger hinauszuschieben.

Verbundenheit und Abgrenzung

Social Media ist ein Geben und Nehmen. Wie auch im realen Leben gibt es Menschen, die lieber Nehmen als Geben. Neigt man also dazu viel zu geben, wird man dieses Phänomen auch auf Social Media sehen können. Eine Community, der man alles geben möchte, wird einem auf Dauer nicht mehr Energie und Freude geben, sondern nehmen.

So kann das Grenzensetzen auf Social Media funktionieren:

  • Push-Benachrichtigungen abstellen und somit nicht 24/7 für die Community erreichbar sein
  • Eine klare Strategie zum Umgang mit Hatern und Trollen. Eine Diskussion mit dieser Spezies führt meist ins Unendliche. Wie wichtig ist es einem, Recht zu haben oder die Zeit sinnvoll zu investieren?
  • Kostenlose digitale Häppchen vergleichen mit Parfüm-Pröbchen, einem Katzenfutter-Probiersäckchen mit 4 Mini-Happen im Drogeriemarkt des Vertrauens oder ein Stücken Brot mit neuem Pesto von der Verkostungsstation im Supermarkt. Das ist Content Marketing. Doch jeder Funnel hat auch ein Ende, vor allem bei Personal Brands, die ihren Content zu 100 % selbst erstellen und sich ihre Ressourcen äußerst penibel einteilen dürfen. Daher gerne in der Strategie festhalten, wo die Kostprobe, die Informationshappen anfangen und wo sie aufhören. Fühlt es sich nach dem Verschenken eines ganzen Katzenfutter-Sackes, zehn Gläser Basilikum-Pesto oder nach 100 ml Parfüm an? Und wird das Verschenken durch ein negatives Gefühl begleitet? Dann ist die Gratis-Grenze früher zu ziehen.
  • Ein klares Nein zu Schnor-Anfragen. Kostenlose Beratung via Direct Messages ist nicht drinnen. Kenne ganz klar deinen Wert und den Wert deiner Zeit.

Bonus-Tipp

Auch wenn man kein Content-Team um sich hat, ist es sehr sinnvoll, all diese strategischen Überlegungen schriftlich für sich selbst festzuhalten. Das hilft in Momenten der Unsicherheit.

Zusammenfassung der wichtigsten Faktoren für die digitale Balance

Personal Branding hat unglaublich viel mit der persönlichen Entwicklung zu tun. Es ist eine andere Liga, als ein Unternehmen zu vermarkten. Hier verschwimmen die Grenzen noch viel leichter zwischen Arbeit und Freizeit. Daher Grenzen setzen und gezieltes Zeitmanagement einsetzen, dann bleibt die Positionierung als Personenmarke mit Freude verbunden. Nur so können langfristige Effekte erreicht werden.